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Schulbildung vs öffentliche Sicherheit

„In der Vergangenheit litt Liberia unter fehlenden Strukturen, Korruption, mangelnder Regierungsführung, fehlende Eigenverantwortung und keine Strategien. Die Bowier Trust Stiftung unterstützt die neue Liberianische Regierung in ihren Anstrengungen eine nachhaltige Wirkung  zu erzielen, damit das einfache Liberianische Volk ein glücklicheres Leben führen kann“ (Felix F. Walz)

Der langjährige Bürgerkrieg und die Zeit nach dem Konflikt, nachdem die Vereinten Nationen in Liberia die Sicherheit und Zusammenführung sicherstellten, konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Familienstrukturen und das Gemeinwesen weitgehend zerstört waren. Kaputte Infrastrukturen, Gesetzlosigkeit und die Unfähigkeit staatlicher und kommunaler Behörden den Wiederaufbau systematisch anzugehen machten es für die unter grosser Armut lebenden Bevölkerung nahezu unmöglich ein normales Leben aufzunehmen. Vor allem Kinder und Frauen, körperlich und geistig versehrte Menschen, in einer ständigen Not lebend, entwickelten einen täglichen Überlebensmodus der bis heute immer noch anhält. Die internationalen Bemühungen, Frieden und Versöhnung in Liberia ab Kriegsende im 2003 einzuführen und zu stabilisieren brauchten viel Geduld.  Zögerlich wurden sie immer effektiver, und heutzutage haben viele Kinder Zugang zu privaten und öffentlichen Schulen in einfachsten Verhältnissen.  Aber die traumatische Zeit kann nicht vergessen und darf nicht ignoriert werden. Der Mangel an zivilisierten und funktionalen grundlegenden Mechanismen verursachte einen fast vollständigen Verlust der Familienstrukturen und hinterliess bizarre Spuren eines Elends, unter dem die Bevölkerung noch heute leidet. 

Fehlende Strukturen, keine Pläne, keine Nachhaltigkeit, keine Strategie; und die negativen Auswirkungen daraus liessen nicht lange auf sich warten: Exposition gegenüber Gewalt im Allgemeinen und sexuellen Missbrauch im Besonderen. Häusliche und sexuelle Gewalt, Obdachlosigkeit, keine Nahrung, keine Hygiene, keine Arbeit, Alkohol- und Drogensucht waren und sind noch heute vorherrschende Fakten. Justiz und Polizei aller Abteilungen müssen verstehen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Schulbildung und der öffentlichen Sicherheit gibt.

Wenn Kinder Zugang zu Bildung erhalten, bedeutet das, dass Kinder einen Zeitplan haben; einen Zeitplan, um einer täglichen Struktur zu folgen. Wenn Eltern verstehen, wie wichtig es ist, ihre Kinder zu unterstützen und sie zur Schule zu schicken, verbringen Kinder Zeit in den Schulen, kommen nach Hause, essen, spielen, machen Hausaufgaben, helfen im Haushalt, gehen ins Bett, weil sie am nächsten Morgen aufstehen müssen für den nächsten Schultag. So lernen sie einem natürlichen Rhythmus zu folgen. Wenn dieses einfache Konzept von den Eltern und von der Gesellschaft gut genug verstanden wird, dann wird eine der logischen Konsequenzen sein, dass die Wahrscheinlichkeit, nachts auf den Straßen unbeaufsichtigt und sexuellem Missbrauch ausgesetzt zu sein, deutlich reduziert wird. Dies muss auf allen Ebenen der Justiz/Polizei, sowie den Gemeinde- und Schulstrukturen berücksichtigt werden. Sobald die Bedeutung einer ausgewogenen Wechselwirkung zwischen Bildung und öffentlicher Sicherheit verstanden und mitgetragen wird, bildet das die Ausgangslage um Liberia zu einem vergewaltigungsfreien Land zu machen und seinen Kindern positive Perspektiven zu bieten.