Geschichte zur Schule "Immanuel Christian Academy" in Paynesville / Lokales Volksfest "Finishing Well 2016"

Das aktuelle Zielgebiet der Stiftungsarbeit von BTFS liegt ca. 45 Minuten südöstlich des Zentrums der Hauptstadt Monrovia in Paynesville und wird SD Cooper Road Communities genannt. Es umfasst 4 sogenannte Blocks – benannt nach 4 Gemeinden. CD Cooper Road Community, Kapelle Town, Divine community and Gbagbo Town. Familien aller 4 „Blocks“ senden über 300 Kinder in die Immanuel Christian Academy (ICA), an der SD Cooper Road, wo sie von der Kindergartenstufe bis zur 9. Klasse unterrichtet werden. Für den Schulbetrieb ist Schulleiter Pastor Paul Mitchell verantwortlich, der auf die Hilfe von ca. 20 Lehrer/Lehrerinnen zählen kann. Etwa 60% davon haben eine Lehrerausbildung. Sie verdienen zwischen 40 bis 60 US$ pro Monat. Etwa 70% der Familien können eine kleine Schulgebühr zahlen. Das Grundstück gehört der am gleichen Ort befindlichen Immanuel Church, unter der Leitung von Reverend Pastor Adrean Neufville. Die Kirche unterstützt so gut es geht die Aufrechterhaltung des Schulbetriebes. Die Infrastruktur der Schule ist in einem miserablen Zustand und vor der letzten Regenzeit im April 2016 konnten minimal alle Dächer dank Spenden aus der Schweiz vollständig so repariert werden, dass heute praktisch kein Wasser mehr in die rund 13 Klassenräume eindringt während der heftigen Regenfälle zwischen April und Oktober jeden Jahres. Die Kinder erhalten Liberian-Reis und Wasserbeutel 1-2 x pro Tag von Frauen, die das freiwillig machen und dafür pro Woche ein paar Liberian Dollar (1 US$ entspricht ca. 90 LBD) erhalten. Es gibt keine Elektrizität und die hygienischen Verhältnisse sind schlicht katastrophal. Es gibt eine einzige Wasserleitung mit einem Wasserhahn, der unregelmässig und unsicher als Wasserspender benützt werden kann. Unweit gibt es einen Ziehbrunnen, mit dem kübelweise Wasser geholt wird. Eine akzeptable „Plumps-Klo“ Lösung wäre schon als Fortschritt zu sehen. Es stinkt und es gibt keine taugliche Abwasser- und Abfall Entsorgung. Kinder sind sich weder gewohnt die Hände zu waschen, noch wie man sich vor Krankheiten wie Malaria, Typus, Durchfall und HIV schützt. Kinder-Schwangerschaften sind ein grosses Thema weil sexuelle Übergriffe und Gewalt eines der zentralen Probleme ist. Problematisch sind vor allem die Blocks „Kpelle“- und „Gbagbo-Town“.
Zur Immanuel Kirche und zur Immanuel Schule entstand 2016 ein intensiver Kontakt und Austausch mit Mitgliedern der im Aufbau befindlichen Stiftung aus der Schweiz – der späteren „Bowier Trust Foundation Switzerland“. Aktiv unterstützt durch Repräsentanten des Aussenministeriums und der Liberia National Police kümmerte sich das Team in enger Zusammenarbeit mit der ICA-Schulleitung und seiner Kirche um die Sorgen und Bedürfnisse dieser 4 Blocks. Erste Zusammenkünfte mit Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Frauen- und Jugendorganisationen führten zu einer Ausbildung in der Immanuel Kirche, wo geschult wurde, wie man gemeinsam, kollektiv Problemzonen identifiziert und strukturiert. Diese Basis-Ausbildung in Projektmanagement stiess auf reges Interesse, jedoch musste erkannt werden, dass es viel Geduld und Zeit braucht, bis das Erlernte wirklich verstanden und angewendet werden kann.
Am 29. Juni 2016 fand eine erste grossangelegte Kampagne mit öffentlichen Interesse im nahen „Right to play Complex“ statt. Weit mehr als 200 vor allem junge Menschen nahmen daran teil. Darunter war eine grosse Anzahl Mädchen, Frauen, Polizisten, Lehrer, Religionsvertreter und ca. 70 Mitglieder der sogenannten „Motorcyclists“ – Mitglieder der berüchtigten kriminellen Banden. Einige ihrer Führer sagten später, das sei das erste Mal gewesen, dass sie friedlich zusammen mit der Polizei an einem Ort zusammen kamen. Der Anlass wurde von hochrangigen Vertretern der Liberia National Police, sowie von Repräsentanten der Ministerien besucht. Im Zentrum standen Appelle zum friedlichen Zusammensein und der Gewalt abzuschwören – insbesondere sexueller Gewalt gegen Mädchen und Frauen – und gemeinsam Wege zu finden, den Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Die lokale Presse und auch UNMIL Radio berichteten über diese Kampagne.
Bis Ende 2016 folgten weitere organisatorische und zusammenführende Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der 4 Blocks. Es ging darum die bestehende Zielausrichtung zu konsolidieren und die Immanuel Schule als „Epik-Center“ zu bestätigen und daraus gemeinsam ein Vorzeigemodell zu schaffen um die Bevölkerung zu motivieren, dass nur ein friedliches und gemeinsames Vorgehen der Problemlösungsfindung helfen und finanziell und materiell unterstützt werden kann.
Aus Anlass dieser zunehmend verbreitet akzeptierten Grundhaltung und weil sich allmählich ein vertrauensvolles Team heraus zu kristallisieren begann, wurde per Ende 2016 beschlossen einen Anlass mit der Bevölkerung durchzuführen – für einmal ohne Probleme zu wälzen, sondern den Jahresabschluss würdig und positiv anzugehen und sich auf das neue Jahr 2017 einzustimmen. Positiv und konstruktiv in eine Richtung gemeinsam in die Zukunft gehen und nicht zurück zu kehren. Wir nannten den Anlass „Finishing Well 2016“. Weit über 400 Menschen – vor allem Kinder – nahmen am 28. Dezember 2016 daran teil und wurde zu einem „Volksfest“ für ein paar Stunden. Der politische Advisor unserer Stiftung, Mr. Maxwell Jones, ehemals Assistent des Liberianischen Aussenministers, forderte und motivierte die Menschen am Schulmodell aktiv teilzunehmen und gemeinsam mit der Liberia National Polizei zusammen zu arbeiten und den Frieden wirkungsvoll zu stabilisieren, damit die heutigen Kinder Perspektiven für eine sichere Zukunft und Zugang zu Ausbildung haben.

Alle sind zuversichtlich im angelaufenen Jahr weitere positive Meilensteine gemeinsam zu erreichen. Diese sollen mit Hilfe der Schweizer Stiftung in einem in Planung befindlichen Workshops für das Jahr 2017 priorisiert, strukturiert und umgesetzt werden.

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