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Willkommen hinter den Kulissen: BTFS Team in Liberia

März 2018

Willie Tokpah – BTFS Medienberater 

Der junge Bursche hat es geschafft, sich durch Demut und Engagement in der liberianischen Medienlandschaft zurecht zu finden und machte sich rasch einen Namen; wurde im Arbeitsumfeld bevorzugt und durfte später eine führende Rolle als Sekretär der Reportergemeinschaft in seinem Heimatland Liberia übernehmen.

Willie Nyusufu Tokpah, von seinen Kollegen in den liberianischen Medien liebevoll „SG“ oder „Boy-Willie“ genannt, entdeckte schon als Kind, bzw. während seiner Schulzeit seine Leidenschaft für den Medienberuf. Im Presseclub der Schule liebte er es aufgrund seiner Passion, seinen Blick auf verborgene Dinge zu richten, die eigentlich Stolpersteine für den Fortschritt des Landes waren und sich vor allem nachteilig für die unterprivilegierten, in Armut lebenden Menschen, auswirkten.

Heute ist Willie nicht nur in Liberia, sondern weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt für seine Berichterstattung zu Menschenrechtsfragen; Verletzung der Rechte von Frauen- und Kindern, sowie Gesundheit und Entwicklungsprozesse. Politik stand weniger in seinem Fokus. Sein Weg führte ihn an einen Ort, den er heute als sein Zuhause ansieht: die Bowier Trust Stiftung der Schweiz.

Die Medienarbeit in Liberia ist offensichtlich Tokpah’s grosses Interesse, weil seine Publikationen sowohl in gedruckten als auch in elektronischen Medien vielseitig Verwendung finden. Seine Fähigkeiten führten ihn zum Liberia Broadcaster, wo er als Co-Reporter tätig war, bevor er zu anderen privaten Herausgebern wechselt. Zur Zeit ist er Mitarbeiter bei Liberias grösster und herausragender Zeitung FrontPageAfrica.

Willie Tokpah vergisst nicht wie schwierig sein Weg nach der Schulzeit war, in der Medienlandschaft in Liberia Fuss zu fassen, um mit seiner Berichterstattung der armen Bevölkerung im Land helfen zu wollen – und spricht darüber.

Tokphas Geschichte

«Ich bin in Waymaquelleh Clan, Margibi County geboren, komme aber ursprünglich aus dem Lofa County, im nordwestlichen Teil von Liberia. Ich bin ein hingebungsvoller Christ, ein Katholik von Konfession und gegenwärtig in der liberianischen, traditionellen Art mit einer Partnerin zusammen. Ich bin das erste Kind eines Klassenlehrers, Mr. James Y. Tokpah und einer einfachen Marktfrau, Frau Kebbbeh Tokpah, die seit über 30 Jahren verheiratet sind.

Ich begann meine Grundschulbildung an der Kathedralen-Katholischen Schule in Monrovia und wechselte später zur St. Kizito Katholischen Schule in Paynesville wegen des Ortswechsels meiner Eltern, wo ich bis zu meiner Sekundarstufe blieb.

Ich habe 2012 einen Abschluss als Associate of Arts in Englisch vom LICOSSES Mobile Teachers Training College in Paynesville. Ich bin zurzeit Junior Student an der United Methodist University in der Ashmon Street in Monrovia und habe einen Bachelor in Englisch als Hauptfach und Öffentliche Verwaltung (public administration) als Nebenfach.

Ich habe auch mehrere Zertifikate in der Medienbranche, darunter: Investigative Reporting, (Training der US-Botschaft Monrovia) in Zusammenarbeit mit der Press Union von Liberia, Rundfunk von der Liberia Broadcasting System (heute: Internationale Journalistenschule), ferner Telekommunikation Berichterstattung (Training von Lonestar Cell Communications), sowie Hawaii-Industrie in Ghana und letztlich ein Training zu «Legislative Berichterstattung», organisiert von der Legislative Press Poll in Liberia.

Mein Zugang zu Bildung war alles andere als einfach, weil die täglichen Bedingungen eine grosse Herausforderung darstellten. So musste ich zum Beispiel täglich zwei Stunden pro Schulweg laufen um meinen abgelegenen Campus zu erreichen. Vielfach gab es am Morgen nichts zu essen und ich musste den Hunger bis zu meiner Heimkehr zum Wohnort unterdrücken.

Aber ich blieb fokussiert und wollte etwas erreichen in Liberia mit seinen Menschen, die auch mit diesen täglichen Herausforderungen zu kämpfen haben – und ich kämpfe noch heute im Alltag damit.

Beziehung und Erfahrung mit meiner Community

Schon in meiner Schulzeit wurde mir die Wichtigkeit von Aktivitäten, die das Gemeinwesen fördern, bewusst. Nur der gemeinsame Austausch und Diskussion über bestehende Problemstellungen kann das Wohlergehen der Bevölkerung verbessern.

Irgendwann habe ich damit begonnen, meine begrenzten Ressourcen zu nutzen, um mit Jugendlichen und Studenten über Probleme die sie direkt betreffen, zu diskutieren und wie gemeinsame Anstrengungen dazu beitragen können, diese Probleme zu lindern.

Meine Leidenschaft war immer der Dienst an der Menschheit und deshalb habe ich den Lehrerberuf, sowie Journalismus als Karriere gewählt. Mit diesen beiden Berufen glaube ich, dass ich zum Wohle der Menschen die grösste Wirkung entfalten kann.

Die Lehrerkarriere hat in meiner Gemeinde und in anderen Wohnbereichen, in denen ich als Klassenlehrer tätig war, zu einem guten Ruf geführt.

Dies hat mich auch mit den wichtigsten Schlüssselfiguren / Stimmungsmacher der jungen Bevölkerung im Neezoe-Block in der Pipeline Community gemacht, wo ich derzeit lebe.

Auch als Mitglied der Pfadfinder in Liberia, war es für mich immer klar, dass ich nicht einfach dasitzen kann, wenn mein Land im Chaos ist, sondern dass ich etwas tun und dem Land helfen muss.

Auswirkung von Willie’s Service

Tokpah’s Dienste in der Medienlandschaft und auch im Klassenzimmer haben die Meinungen einiger Liberianer positiv verändert und zwingen staatliche Akteure dazu, das zu tun, was sich auf die Lebensbedingungen der Liberianer positiv auswirkt.

Seine verschiedenen Nachrichtenartikel über Gesundheit, Entwicklung und Bildung, einschließlich Artikel über BTFS Engagement in verschiedenen Sektoren Liberias, sollen wie Glocken in den Ohren der nationalen Führer schellen und sie aufrütteln, dass mehr getan werden muss.

„Ich habe meine Karriere als Journalist bereits 2009 begonnen, als ich Praktikant bei den staatlichen Medien Liberia Broadcasting System war und später zu Fabric Radio ging, wo ich als Legislative Bureau Chief und später als Chefredakteur einer lokalen Gemeinde Radiostation fungierte, dann folgte Radio Five, ehe ich zu FrontPageAfrica wechselte, wo ich zur Zeit als Mitarbeiter schreibe.

Das sind meine neun Jahre Erfahrung als Journalist. Und ich bin derzeit Generalsekretär des Reporterverbandes von Liberia, der größten Hilfsorganisation der Presseunion von Liberia.

Zur gleichen Zeit hat mein Wirken als Klassenlehrer auch eine Veränderung im Denken und Verhalten vieler in den von mir unterrichteten Schulen bewirkt. Diese Kinder nannten mich wegen der Beziehung, die ich mit ihnen aufgebaut habe und dem Beispiel, das ich während meiner Unterrichtstage gesetzt habe, mit einem Alias „Our Pa“ – entstanden aus einer herzlichen und warmen Verbindung zwischen den Schülern und mir. Ich betrachte mich deshalb immer noch primär als Lehrer.

BTFS Erfahrung

Gleichzeitig bin ich der aktuelle Medienberater der Bowier Trust Foundation Schweiz. Meine Begegnung mit BTFS hat es mir ermöglicht, neue Fähigkeiten zu erlernen und mein Selbstvertrauen aufzubauen, mehr zu tun, um meinem Land durch Medienarbeit zu dienen. Die Zusammenarbeit mit BTFS hat mich inspiriert, mehr Gewicht auf die Berichterstattung über humanitäre Themen zu legen, insbesondere auf Themen, die Menschen in Not betreffen.

Ich habe auch mehr Leidenschaft für meine Arbeit bei BTFS entwickelt, weil es so einzigartig ist, bedürftigen Menschen rechtzeitig Hilfe zu leisten. Eine Sache, die mich an der Arbeit der Stiftung fasziniert ist ihr Fokus auf das Bildungsprogramm und das Projekt an der Schule und Kirche (Anmerkung Red: Wasserbau- und Sanierungsprojekt an der ICA Schule und Kirche), wo der Fokus der BTFS Stiftung gelegt ist. Ich glaube, dass sich dieses ICA-Projekt auf die Schule und auf die umgebenden Gemeinden positiv auswirken wird, weil dort Menschen verschiedener Herkunft zusammenkommen und die Kirche dazu Treffpunkt ist. Deshalb glaube ich, dass BTFS noch viel tun kann in anderen Gebieten Liberias. Die humanitären Absichten der Stiftung sollen auf andere kirchlichen Institutionen ausgedehnt werden, damit – so glaube ich – der humanitäre Gedanke der Stiftung verbreitet wird.

Herausforderungen während der Arbeit

Die täglichen Herausforderungen sind enorm, vor allem die Arbeiten zeitgerecht erledigen zu können, wenn die technischen Hilfsmittel dazu nicht vorhanden, oder defekt sind (Computer, Internet Zugang, Telefone).

Mobilität ist auch eine grosse Herausforderung (Anmerkung der Red: speziell in der Regenzeit). Um von A nach B zu kommen ist es meistens sehr schwierig eine Transportmöglichkeit in Liberia nutzen zu können. Das verhindert oftmals die Einhaltung zeitlicher Abmachungen, Termine oder zeitnahes Reagieren auf Ereignisse oder Bedürfnisse von Menschen die sich melden.

Die Regierung Liberias und die Liberianische Bevölkerung soll erkennen, dass die Zusammenarbeit mit BTFS ein guter Weg ist, um gemeinsam an Problemlösungen zu arbeiten.


Februar 2018

Estella Kangar-BTFS Caretaker

Persönlichkeit des Monats Estella Kangar ist eine bescheidene und engagierte junge Frau, die durch ihre «Multi-Tasking» Arbeitshaltung, als herausragende Mitarbeiterin für den Monat Februar in den Fokus gerückt ist und gewählt wurde.

Estella, Mutter einer 18jährigen Tochter Munah, arbeitet als Raumpflegerin und «Caterer» bei BTFS und ist die «gute Fee» des Hauses. Sie hat sich selbst Fähigkeiten im Bereich Gastronomie und Catering beigebracht und lebt derzeit in Jalla Town, Monrovia.

Sie sprach über ihre Lebensgeschichte und ihre Begegnung mit BTFS:

„Ich wurde im Jahr 1979 in Liberia’s Capital, Monrovia, den Giplay’s, meinen wirklichen Eltern geboren, wurde aber wenige Jahre später von der Kangar’s Family adoptiert und in die Newport Street in Monrovia gebracht.

Meine Schulausbildung begann in der Caldwell Mission in ELWA Community und später folgte die Newport High School in Monrovia. Ich war einer dieser Schüler, die lernbegierig waren, aber mein Traum nach guter Schulbildung konnte aufgrund fehlender Unterstützung, die mich über die Jahre hinweg zurückgehalten hat, nicht erfüllt werden und so wurde ich ein «School drop-out», d.h. ich konnte keine Schule mehr besuchen.

Das Leben schien es nicht sehr gut mit mir zu meinen und es war schwierig. Dennoch liess ich mich nicht entmutigen und sagte mir, es gibt immer irgendwie einen Weg. So entwickelte ich mich alleine weiter; brachte mir selber Fähigkeiten im Verpflegungsbereich (Catering) bei und konnte lokale Gruppen aber manchmal auch internationale Organisationen mit Esswaren beliefern, was von diesen geschätzt wurde. So fand ich immer wieder einen Weg um zu überleben.

Begegnung mit BTFS

Estella äußerte sich glücklich über die Zusammenarbeit mit BTFS und sagte, dass ihr diese Anstellung eine Perspektive für ihren Lebensunterhalt schafft und ihr Hoffnung gibt.

„Ich stiess im Mai 2017 als Hausmeister zum Team von BTFS – auf Empfehlung von Herrn Walz, BTFS Präsident.  Die Arbeit des Teams hat mich sehr motiviert und ab Januar 2018 durfte ich nach Ermutigung Mister Hamson Gaye, (BTFS LMT Admin) dem «field team» beitreten.

Mit dieser NGO zu arbeiten ist wie eine neue Familie zu treffen, was mir viel Motivation gibt für meine Kernaufgabe, der Hausreinigung und Verpflegung, aber auch die Mitarbeit mit dem «field team» in den Gemeinden. Das Team weiss wie man mit Menschen umgeht; sich gegenseitig versteht und dass ich während der Arbeit soviel neue Dinge lerne, ist grossartig. Das Zusammensein mit BTFS hat viele Veränderungen in meinem Leben gebracht und mich ermutigt, selbständiger zu sein und andere Menschen aus meinem Umfeld miteinzubeziehen und so im Erfahrungsaustausch mein Wissen weiter zu geben.

Madam Kangar wünscht, dass BTFS sich weiter entwickelt…

«Ich würde es gerne sehen, dass BTFS bald in der Lage sein kann, auch in entfernten Distrikten tätig zu sein und nicht nur hier in Paynesville. Denn was BTFS leistet ist wirklich gut. Besonders in den schwer zugänglichen Gebieten im Hinterland gibt es soviele in Armut lebender Menschen die keine guten sanitären Einrichtungen haben und das Bedürfnis nach sauberem Trinkwasser gross ist. Sie trinken unsauberes Wasser aus den Bächen wo sie in den Büschen gleichzeitig ihre Notdurft (Toilette) verrichten.

Dazu kommt die schwierige Beziehung zwischen der Polizei und den Motorradbanden. Das ist nicht einfach nur ein Problem für die Bewohner, vielmehr wird das ganze Land dadurch destabilisiert. Deshalb muss BTFS sein Ausbildungsangebot im Bereich Förderung des Gemeinschaftssinns dort einbringen.

Ich möchte BTFS dafür danken, dass sie mich zu ihrer Mitarbeiterin des Monats gewählt haben, was ich als ein Zeichen der Ermutigung empfinde und möchte, dass andere Mitarbeiter, die in den kommenden Monaten ausgewählt werden, mit mir zusammen die Chance erkennen, mehr zu arbeiten und offen sind für neue Ideen, die der NGO hilft sich laufend weiter zu entwickeln“, beendete Estella Kangar ihr Statement.